Lernvideo erstellen: In 5 Schritten

Aktuell müssen viele Bildungseinrichtungen aufgrund des CoVid-19 Virus den Präsenzunterricht einstellen. Spätestens jetzt fragen Sie sich vielleicht, wie Sie Wissen mittels digitalen Medien vermitteln können? Ein Klassiker des Onlinelernens sind Videos. Wir erklären in fünf einfachen Schritten, wie jede:r selbst zu Hause ein Lernvideo erstellen kann. Sie benötigen dafür nur Ihr Smartphone oder Tablet, ein Stativ, evtl. ein Mikrofon und ein bisschen Zeit.

Schritt 1: Konzept entwickeln

In diesem ersten Schritt wird die didaktische Grundlage geschaffen. Hier stehen wichtige Fragen im Mittelpunkt, die darüber entscheiden, welche Art von Video auf welche Weise produziert werden soll:

  • Was sind die Lernziele?
  • Welche Inhalte möchte ich vermitteln?
  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Wie möchte ich methodisch vorgehen? Möchte ich etwas erklären oder vorzeigen? Stelle ich Fragen?
  • Wie lang ist mein Video und wie soll es aufgebaut sein?
  • Welche „Requisiten“ brauche ich?

Wichtig ist es, sich genügend Zeit zu nehmen, um diese Fragen gründlich zu beantworten. Hilfreich dabei ist es, die Überlegungen in einem Konzept schriftlich festzuhalten, um sich fortwährend daran orientieren zu können.

Stilistisch gibt es verschiedene Möglichkeiten für Lernvideos. Sie können sich selbst während eines Vortrags filmen oder dabei, wie Sie eine andere Person befragen. Wenn Sie selbst nicht im Bild zu sehen sein möchten, können Sie auch Zeichnungen oder Grafiken einblenden, welche Sie mit Markierungen ergänzen und mit einer Tonspur unterlegen. Oder Sie zeigen in einem Tutorial Schritt für Schritt einen Vorgang oder eine Funktion. Möglichkeiten gibt es sehr viele. Einige werden sich für Ihr Vorhaben und Zeitkontingent mehr eignen, andere weniger. Wir haben Ihnen hier drei Beispiele als Inspiration angefügt:

Beispiel: Christian Spannagel, Brüche kürzen
https://www.youtube.com/watch?v=kOrlFwyZn7s

Beispiel: Khan Academy, Overview of ancient Greece
https://www.youtube.com/watch?v=I114S4KiOn8&list=PLSQl0a2vh4HB9UeibLURBlcdR4XzputM9&index=14

Beispiel: Think Big eCademy, Tutorial automatische Gießkanne
https://www.youtube.com/watch?v=z1FQ-FDFX3M

Schritt 2: Technik vorbereiten

Bevor die eigentliche Aufnahme beginnt, sollten alle nötigen Materialien vorhanden sein, funktionieren und mindestens einmal getestet werden. Heutzutage ist für eine Videoaufnahme ein Smartphone oder Tablet vollkommen ausreichend. Die Videofunktion der Geräte bietet meist die Möglichkeit, mühelos Anfangs- und Endpassagen zu schneiden. Wollen Sie das Video mit Schrift, Ton oder weiteren Bildern ergänzen, empfehlen sich spezielle Programme zur Videobearbeitung wie zum Beispiel diese kostenfreien Alternativen:

Für die Aufnahme zu Hause ist ein Stativ oder ein Tripod empfehlenswert, welche relativ günstig zu erwerben sind.

Wichtig für das Gelingen des Videos ist der Drehort. Suchen Sie sich dazu einen geeigneten Raum, der ruhig und gut beleuchtet ist. Achten Sie auch darauf, dass der Hintergrund im Bild nicht zu unruhig ist. Videoaufnahmen im Freien sind meist durch die größere Geräuschkulisse für Aufnahmen mit dem Smartphone nicht ganz so gut geeignet. Deshalb ist es empfehlenswert, ein externes Mikrofon zu besorgen, welches in die Kopfhörerbuchse (Klinke) gesteckt wird.   

Schritt 3: Dreharbeiten durchführen

Sind die beiden ersten Schritte geschafft, können Sie mit den Aufnahmen loslegen. Testen Sie am besten vorher noch einmal kurz die Bild- und Tonqualität. Stellen Sie eine gute Bildqualität ein. Wir empfehlen eine Videogröße von 1920×1080 Pixeln. Nun kann es richtig losgehen. Stellen Sie dafür sicher, dass Sie während der Aufnahme nicht unterbrochen werden, dafür kann zum Beispiel ein „Bitte nicht stören“- Schild an der Bürotür gute Dienste leisten. Am Smartphone oder Tablet können Sie den Flugzeugmodus einschalten, damit zwischendurch keine Anrufe oder Nachrichten eingehen. Planen Sie ausreichend Zeit für die Aufnahme ein, unter Umständen müssen Sie bestimmte Passagen mehrfach wiederholen.

Für viele ist es unangenehm, sich selbst auf Aufnahmen zu hören oder zu sehen – das geht uns auch so. Stellen Sie sich am besten vor, dass anstatt der Kamera, Ihr Publikum vor Ihnen sitzt. Genauso wie in einem Unterrichtssetting oder einem Workshop ist es vollkommen in Ordnung, Dinge vom Stichwortzettel abzulesen. Haben Sie nicht den Anspruch, alles frei sprechen zu wollen. Wenn es Ihnen gelingt – super, aber in Lernvideos ist das kein Muss. Sein Sie stattdessen stolz auf sich, dass Sie neue Wege ausprobieren und selbst dabei lernen!

Schritt 4: Video schneiden

Wenn die Aufnahmen gelungen sind, steht der vorletzte Schritt bevor: Der Videoschnitt. Wie in Schritt zwei erwähnt, stehen verschiedene Möglichkeiten offen, das Videomaterial zu schneiden. Je nach dem, welche Art von Video Sie produzieren möchten und wie viel Zeit Ihnen für die Bearbeitung zur Verfügung steht, kann das Videomaterial entweder direkt auf dem Smartphone, oder erstmal auf den Computer geladen und dort bearbeitet werden. Zweiteres empfehlen wir, wenn Sie umfangreichere Bearbeitungen planen.

Schritt 5: Video veröffentlichen

Das fertige Video muss abschließend für die Zielgruppe zugänglich gemacht werden. Überprüfen Sie durch Anschauen des Videos, ob alle Vorüberlegungen erfüllt wurden und die Inhalte verständlich sind. Da Videodateien meist sehr groß sind, um sie mit den Lernenden zu teilen, ist es ratsam, das Video auf einer Videoplattform (wie YouTube oder Vimeo) oder in einer Lernumgebung (wie Moodle) bereit zu stellen. Vor Veröffentlichung sollte auch noch einmal abschließend geprüft werden, dass Sie keine Urheberrechte oder Persönlichkeitsrechte verletzen und Quellen korrekt angeben sind.

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Update 17.03.20 | weitere Links

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Foto: David Lohner, CC-BY,  https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/