
Open Educational Resources (OER) sind Teil der Kultur des Teilens. Die Idee dahinter ist, Wissen, Informationen und Ressourcen nachhaltig, gemeinschaftlich, co-kreativ und transparent zu nutzen. Wir haben die wichtigsten Aspekte für euch zusammengetragen.
Der Begriff “Open Educational Resources” wurde von der UNESCO geprägt. OER werden hier definiert als Bildungsmaterialien in jeder Form also analog oder digital und in jedem Medium, die unter einer sogenannten offenen Lizenz veröffentlicht werden. Offene Lizenzen ermöglichen den Nutzer:innen nicht nur den kostenlosen Zugang zu den Materialien und Inhalten, sie erlauben auch eine Bearbeitung und eine Weiterverbreitung. Je nachdem, welche Lizenz hier gewählt wurde, gibt es entweder keine oder nur geringfügige Einschränkungen, auf die wir gleich noch einmal eingehen werden. OER können entweder einzelne Materialien sein oder auch komplette Kurse, Projekte und Bücher. Dazu gehören zum Beispiel auch Massive Open Online Kurse (Moocs). Das sind zugangsfreie und kostenlose Online-Kurse auf akademischem Niveau, die in der Regel aus Lehrvideos, klassischem Lernmaterial und Quizzen zur Wissensabfrage bestehen. Ob Videos, Multimediaanwendungen, Tutorials, Arbeitsblätter, Podcasts, Lehrbücher – alle Ressourcen zum Wissenserwerb, die unter offener Lizenz veröffentlicht werden, sind OER. (Quelle: UNESCO)
Bei den Nutzungsrechten haben sich zu großen Teilen die CC-Lizenzen durchgesetzt. Diese nutzen Standartlizenzmodelle, sind weltweit einsetzbar und verfügen über verschiedene Stufen im Nutzungsrecht. Anhand der verschiedenen Lizenzierungsstufen können Urheber:innen festlegen können, welche Rechte sie den Nutzer:innen übertragen wollen. Für OER-Materialien kommen lediglich die ersten drei Lizenzierungsstufen in Frage:
Alle weiteren Lizenzierungsstufen schränken die Bearbeitung und Nutzung stärker ein und fallen nach UNESCO-Definition nicht unter OER. Hier findet ihr eine gute Übersicht über die verschiedenen Lizenzen:
Bild: Barbara Klute und Jöran Muuß-Merholz, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons.
OER-Materialien ermöglichen nachhaltiges Lernen durch Öffnung der Bildung hin zu einer gemeinsamen Gestaltung. Folgende Punkte lassen sich zusammenfassen:
Das Ziel von OER-Materialien ist ein gerechter, offener und partizipativer Zugang zu Bildung. Diese Form der Demokratisierung von Wissen leistet einen großen Beitrag hin zu einer gerechteren und diverseren Bildungslandschaft. Eine Bedingung dafür ist die Bereitschaft seitens der Bildungsakteur:innen, offene Bildungsressourcen herzustellen und zu verbreiten. Eine neue Bildungspraxis schlägt hier die Open Pedagogy (OEP; dt. Offene Pädagogik) vor. Sie hat unter anderem folgende Merkmale: partizipativer Einsatz (digitaler) Technologien, innovative Raumgestaltung, Teilen von Ressourcen, Offenheit, Vertrauen und Ko-Kreation. Offenheit bedeutet in der Bildung also auch eine Öffnung der eigenen Bildungspraxis und -ressourcen.
Wenn ihr selbst OER-Material zur Verfügung stellen wollt, solltet ihr darauf achten, offene Lizenzen zu nutzen und das Material sichtbar und niedrigschwellig zugänglich zu machen. Dazu könnt ihr zum Beispiel die Ressource auf OER-Datenbanken wie zum Beispiel wirlernenonline.de eintragen und über Soziale Netzwerke teilen. Nutzt dazu die Hashtags #oer für Fediverse/Instagram oder #oerde für Twitter.
Bilder und Audiodateien, die unter CC-Lizenz veröffentlicht wurden, gibt es bei Openverse.
Didaktisch aufbereitetes Material findet ihr bei Mundo.schule oder wirlernenonline.de.
Erste Schritte für Einsteiger:innen, aber auch Lernende bietet der Kurs OER-Fachexperten (#OERexp) auf der Plattform oncampus. Dort könnt ihr darüber hinaus auch nach weiteren OER-Materialien stöbern.
In Sozialen Netzwerken könnt ihr mit den Hashtags #oer (Fediverse/Instagram) oder #oerde (Twitter) fündig werden.
Für tiefergehende Informationen empfehlen wir euch die Webseite Was ist OER. Dort findet ihr auch eine umfangreiche Liste zu frei zugänglichen Materialien.
Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay.
Kreatives Denken zum Wochenstart: Jördis Dörner schreibt in unserem Projekt Learning Architects aller zwei Wochen an alle Lerngestalter:innen. Der Newsletter möchte inspirieren, anregen und Menschen ins Handeln bringen.